Hier sagen einige unser Kadidatinnen und Kandidaten (in alphabetischer Reihenfolge), was ihnen wichtig ist.

Burkhard Bratzke, niedergelassener Facharzt für Dermatologie, Vorstand KV Berlin, 55 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder
Obwohl „besserverdienend“ bin ich immer Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse geblieben. Seit vielen Jahren bin ich in der Gesundheitspolitik aktiv. Ich musste dabei sehen, dass immer mehr Krankenkassen sich nach rein betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten ausrichten. Unser solidarisch finanziertes Gesundheitssystem gilt es zu erhalten. Es darf nicht soweit kommen, dass Kranke nur noch als Versicherungsschaden angesehen werden. Versichertengelder werden für Wellness und Werbung ausgegeben, um neue gesunde Mitglieder anzuwerben, statt dass dieses Geld für eine bessere Behandlung verwendet wird.
Die elektronische Versichertenkarte wird ein Milliardenloch bei den gesetzlichen Kassen verursachen, ohne dass für den Versicherten ein nennenswerter Vorteil zu erkennen ist. Sie wird es aber jeder Kasse ermöglichen „auf Knopfdruck“ höchst private Daten abzurufen und gute von schlechten Versicherungsrisiken zu trennen.
Es ist deshalb gut wenn, bei den Sozialwahlen neben den Arbeitgeber- und Gewerkschaftslisten auch Listen "freier Versicherter" zur Wahl stehen. Mehr Basisnähe kann den Krankenkassen nur gut tun.

Holger Diedrich, Diplom-Geograph und Dipl.-Ing.
Ich bin 52 Jahre alt, verheiratet und durch familiäre Beziehungen seit langem mit den Problemen der GKV vertraut. Im Gesundheitswesen wird seit Jahren gegen die Interessen der Bürger regiert. Ich möchte dazu beitragen, dass die Beiträge der Versicherten wieder mehr zielgerichtet für die Versorgung der Menschen vor Ort verwendet werden und nicht in unsinnigen Bürokratieprojekten wie die elektronische Gesundheitskarte oder fragwürdigen Marketingaktionen und Wellnessangeboten der Krankenkassen verschwinden. Die intransparenten Finanzströme im Gesundheitswesen müssen öffentlich gemacht und der Zugriff profitorientierter Gesundheitskonzerne auf die Beitragsgelder unbedingt verhindert werden.
Dörte Hinz, 43, verheiratet, keine Kinder, Dipl.-Ing., beruflich als
IT-Beraterin tätig.
Meine außerberuflichen Interessen sind Brettspiele, andere Länder und
Kulturen, Lesen, Musizieren.
Ich bin gewerkschaftsunabhängig im Bereich
Betriebsrat/Schwerbehindertenvertrauensperson aktiv. Mit diesen
Erfahrungen möchte ich mich bei meiner Krankenkasse engagieren.
Die Interessen der Versicherten und gesundheitliche Selbstbestimmung
müssen in dem Mittelpunkt unserer Arbeit stehen - also z.B. keine
Einführung der elektronischen Gesundheitskarte.

Jan Kuhlmann, 55 Jahre alt, wohnt in Hamburg. Rechtsanwalt und IT-Berater. Hobby: Tanzen (Standardtanz).
Ich will die Sozialversicherung als Solidaritäts-Gemeinschaft erhalten, Bürokratie abbauen, und: den mündigen Patienten. Das geht zusammen.

Gudrun Matthies, Hamburg, 55 Jahre alt, Arbeit suchende Webdesignerin und Mit-Webmasterin von Liste Neuanfang (jetzt Liste Müller). Hobby: Natur und Wandern.
Als ich erfuhr, was alles auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden soll und als ich hörte, wie teuer das bisher wurde und weiter werden wird, war mir klar, dass dadurch das Gesundheitswesen weder besser noch günstiger werden kann und ich meine Daten dafür auf gar keinen Fall herausgeben möchte.
Als ich von der Kandidatur der Liste Neuanfang (bzw. jetzt Freie Liste Müller) und der Macht der Verwaltungsräte, die bei den Sozialwahlen gewählt werden, erfuhr, war mir klar, was ich gegen die elektronische Gesundheitskarte tun kann: mitmachen und selbst kandidieren!

Dr. Dieter Müller, Jahrgang 1958, verheiratet, zwei Kinder, wohnhaft in Heusenstamm
Beruf: Physikstudium in Darmstadt, Köln und Strasbourg, Leitender Verwaltungsan-gestellter bei einem Großforschungszentrum
Freizeit: Familie, Segeln, Radfahren, Laufen, Schwimmen, Lesen, schnell Autofahren
Motivation für die Bewerbung: Ich verspüre seit einiger Zeit einen gewissen Unmut über die politische Vertretung oder besser Nicht-Vertretung der Menschen in Deutschland durch die politischen Parteien. Parallel dazu werden immer mehr staatliche Maßnahmen diskutiert, die unter verschiedensten Vorwänden, hauptsächlich Terrorismusabwehr,
aber auch Entbürokratisierung, Reduzierung von Arbeitslosigkeit, etc., letztendlich dazu führen, dass die Freiheitsrechte und Menschwürde des Einzelnen eingeschränkt werden. Beispiele dazu sind: Nacktscanner, ELENA, RFID-Techniken. Das Faß zum Überlaufen bringt für mich die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte auf der Basis einer gigantischen Datenbank mit allen meinen persönlichen Gesundheitsdaten und mit einer ungeheueren Vielzahl an zugangsberechtigten Personen. Ich kandidiere für den Verwaltungsrat der TK, um einen besseren Datenschutz aller Patienten und Krankenkassenmitglieder zu erreichen. Gleichzeitig liegt aber die Struktur unseres Gesundheitswesens derart im Argen, dass dazu eindeutig eine größere Transparenz erforderlich ist, auch dafür werde ich mich einsetzen.

Andreas Pauly lebt seit 2006 in München und ist bei einem internationalen
Beratungsunternehmen für die Medien- und Telekommunikationsindustrie
tätig.
Im Rahmen meines Studiums der Wirtschaftsinformatik bin ich erstmals
durch die Thematik "Controlling-Software in Arztpraxen"
auf einen möglichen Konflikt zwischen medizinischem Versorgungsauftrag
und ökonomischen Zwängen gestossen.
Seitdem verfolge ich durch meine Mitgliedschaft im Forum
InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V
(FiFF) technische und gesundheitspolitische Entwicklungen aufmerksam weiter.
Mit meiner Kandidatur will ich das geflügelte Wort der gelebten
Demokratie für mich persönlich Wirklichkeit werden lassen und mit
gesundem Menschenverstand einen Beitrag zur Zukunft der
Selbstverwaltung in Renten- und Krankenversicherung leisten.
Klaus-Jürgen Rückel, Jahrgang 1955, verheiratet, Geschäftsführer und
Technologieberater
Als externer Berater und Sachverständiger von Betriebs- und Personalräten in
Technologie und Organisationsfragen werde ich auf der einen Seite ständig
mit den Problemen des Datenschutzes und auf der anderen Seite mit den
Auswirkungen der Einschränkungen der Leistungen der
Sozialversicherungsträgen konfrontiert. Die Diskussion um die "elektronische
Gesundheitskarte" und die langfristig damit verbundene Einschränkung unseres
informellen Selbstbestimmungsrechtes haben mich bewogen, mich als Kandidat
für die "Liste Müller (Neuanfang)" zur Verfügung zu stellen. Ich glaube,
dass diese Themen viel zu wichtig sind, um im bisherigen Trott weiter machen
zu können, deshalb ist ein "Neuanfang" nötig.
Friedrich Strauß, 47, Informatiker, als IT-Consultant bei einem großen Software-Dienstleister tätig.
Ich kandidiere bei der Sozialwahl der TK für die Liste Neuanfang (Freie Liste Müller), da ich zusammen mit den anderen Kandidaten der Liste für eine transparentere Gesundheitsversorgung eintrete, das Solidarsystem erhalten und Fehlentwicklungen verhindern möchte.
Den Anstoß für meine Kandidatur bildet die elektronische Gesundheitskarte. Durch meine IT-Tätigkeit habe ich eine detaillierte Vorstellung von den technischen Herausforderungen sowie den "organisatorischen" Datenschutzproblemen und zu erwartenden Datenschutzpannen, die mit der elektronischen Gesundheitskarte auf uns zu kommen. Transparenz zu den immensen Kosten ist nötig, der angebliche Nutzen muss hinterfragt werden und die Risiken sind ehrlich zu bewerten.